Landesmeisterschaften Breisach

MRV-Jugend holt zweimal Gold, einmal Silber und viermal Bronze

von Gundi Woll

Die Wetterprognose für das Wochenende reichte von bewölkt und regnerisch bis hin zu Gewittern. Da bei Regen der Wettkampf nicht unterbrochen wird („Wir sind ja nicht aus Zucker!“, pflegt unser Trainer zu sagen.), hießt es Regenjacke und Wechselkleidung einpacken.

Am Freitag stand „Jugend trainiert für Olympia“ auf dem Programm. Hier treten Schulen aus ganz Baden-Württemberg in Gig-Booten gegeneinander an. Ziel der Schüler ist es, nach Berlin zu kommen, wo dann die Besten um die Zeit rudern. Dieses Ziel erreichten Markus Breitenbücher, Moritz Wuerich, Felix Tempel und Michael Breitenbücher vom Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach. Sie waren im Riemen-Vierer+ (Steuerfrau Mareike Fischer) und auch im Doppelvierer+ am Start. In ersterer Bootsgattung konnten die Jungs einen deutlichen Vorsprung von einer Länge gegenüber der Konkurrenz herausrudern. Im Doppelvierer schoben sie ihren Bugball eine knappe Sekunde vor dem Zweit-Platzierten über die Ziellinie.

Freitag (Nachmittag) war auch der Tag des Regens, bei dem so ziemlich jeder einmal bis auf die Haut nass wurde. Zwischendurch gewitterte es sogar. Ein kleines Chaos. Abends konnten jedoch wieder auf den zwei, ein paar Stunden zuvor gekauften, Grills die Würstel und das Fleisch gebraten werden.

Samstag und Sonntag waren für die Landesmeisterschaften reserviert. Los ging es auch gleich mit dem Junioren Einer A. Moritz Wuerich sicherte sich in seinem Vorlauf den dritten Platz, wenn auch denkbar knapp (mit einer Viertelsekunde) und erreichte somit das Finale. Hier konnte er leider nur den undankbaren vierten Platz belegen. Weiter ging’s mit dem Vorlauf des Leichten Frauen-Einers, für den ich startete. Mit einem klaren zweiten Platz konnte ich sicher ins Finale einziehen. Die letzten Meter vor dem Ziel zeichneten sich schon die Platzierungen ab, weshalb kein Endspurt mehr erforderlich war. Die Bronzemedaille war mir sicher. Kurz auf mein Rennen folgten die Junioren-Einer B mit Felix Tempel. Mit 15 Gegnern hatte er ein hartes Los gezogen und musste sich in seinem Vorlauf den Konkurrenten aus Radolfzell und Nürtingen geschlagen geben. Sein dritter Platz reichte leider nicht für eine Finalteilnahme. Nach einer Pause von eineinhalb Stunden trat ich im Schweren Frauen Einer abermals an. Kurz vor dem Ziel zog die ehemalige Junioren-Weltmeisterin zwei Krebse hintereinander und bescherte mir damit den Einzug ins Finale. Dort war ich meinen Gegnerinnen klar unterlegen. Constanze Linnebach, die ebenfalls für den MRV startete, ruderte sich souverän auf den dritten Platz. Zehn Minuten später wurde der Vorlauf der Leichten Juniorinnen B gestartet, für den Carolin Wuerich antrat. Mit ihrem vierten Platz im ersten von drei Vorläufen konnte sie sich nicht fürs Finale qualifizieren. Am frühen Nachmittag hieß es dann für Schlagmann Tilmann Stenke und Andreas von Borstel im Riemen-Zweier ihren fünf Gegnern das Leben schwer zu machen. Sie erreichten das Ziel mit guten zwei Sekunden Vorsprung. Die ersten Landesmeister für unseren Verein in diesem Jahr! Das letzte Rennen am Samstag bestritten Markus Breitenbücher und Florian Tilk im Leichten Junioren Doppelzweier A. Markus hielt von Beginn an die Schlagzahl sehr hoch und erhöhte im Endspurt nochmals enorm. Die beiden wurden mit einem zweiten Platz belohnt. Und so waren wir mit dem ersten Renntag ganz zufrieden!

Abends ging es dann zum gemeinsamen Pizzaessen bei dem alle viel Geduld aufbringen und ihre guten Nerven unter Beweis stellen mussten, da noch mindestens 30 andere Personen vor uns bestellt hatten.

Am Sonntag hieß es, deutlich früher aufzustehen. Um 8.45 Uhr ging Michael Breitenbücher im Leichten Junioren Einer B an den Start. Bei diesem Rennen hatten 18 Boote gemeldet, was eine Finalteilnahme natürlich erheblich erschwerte. Michael musste sich schon im Vorlauf seinen Gegnern geschlagen geben. Der Fairness halber muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Regen vom Freitag seiner Erkältung nicht gerade zuträglich war. Knappe zwei Stunden später waren Felix Tempel und Max Schmidhäuser im Doppelzweier an der Reihe. Sie konnten sich gegen die Ruderer aus Karlsruhe und Breisach behaupten und belegten den vierten Platz. Für eine Finalteilnahme reichte das leider nicht. Das letzte Rennen an diesem Vormittag bestritt ich im Leichten Juniorinnen Einer A. Da ich nur sechs Gegnerinnen hatte, konnte ich mich leicht fürs Finale qualifizieren. Dieses war für mich das sechste Rennen innerhalb von zwei Tagen und es reichte wegen zwei Zehntelsekunden nicht mehr für den dritten Platz. Nach der Mittagspause zeigten Tilmann, Andreas, Moritz und Markus im Riemen-Vierer ihren Konkurrenten aus Mannheim, was sie drauf hatten. Mit sieben Längen Vorsprung ruderten sie den zweiten Landesmeistertitel nach Hause. Carolin Wuerich und ihre langjährige Ruderpartnerin Luise Möller stellten ebenfalls ihre Erfahrung unter Beweis und holten Bronze im Leichten Juniorinnen Doppelzweier B. Unsere vier Gold-Jungs traten gute drei Stunden nach ihrem ersten Rennen erneut an, diesmal im Doppelvierer. Die drei vorderen Boote lagen am Ende auf einer Linie. Mannheim und Waldsee waren schon deutlich abgeschlagen. Fotofinish war hier gefragt. Marbach wurde dritter mit einem Rückstand von einer Sekunde auf den Erstplatzierten und drei Zehntel auf den Zweiten. Warum die Jungs „nur“ Dritte geworden sind, hat sich dann erst später herausgestellt. Markus war ja schon mit Gold und Silber ausgestattet. Andreas hat wie immer ganz logisch kombiniert: „Da hat dir also nur noch die Bronzene gefehlt.“ So des wär’ dann au g’schwätzt.

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